Alles was Sie zu Tischpulten wissen sollten!

Arbeiten Sie häufiger mit Vorlagen?

Wo platzieren Sie diese?

Wenn Sie sich Ihren Arbeitsplatz vor sich ansehen dominieren zum einen die Eingabehilfen PC-Maus und Tastatur, zum anderen der Bildschirm.

Und eventuell noch eine Dokumentenvorlage – ja genau, so richtig zum Anfassen aus Papier!

Vielleicht ist es sogar ein ganzes Buch oder ein großer schwerer Ordner?

Doch, wohin nur mit dem Ding?

Ständig müssen Sie bei Ihrer Datenerhebung oder Datenübernahme auf diese Vorlage sehen.

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Ohne einem speziellen Tischpult haben Sie vier Möglichkeiten der Vorlagenpositionierung:

  1. Zwischen Ihrer Tastatur und dem Bildschirm.
  2. Vor Ihrer Tastatur, so dass Sie Ihre Tastatur Richtung Bildschirm von sich wegschieben müssen.
  3. Rechts neben Ihrer Tastatur.
  4. Links neben Ihrer Tastatur.

Alle vier Möglichkeiten sind auf Dauer verdammt ungünstig, wie mit verschiedenen Studien belegt werden kann (Weber & Hartung 2013; Dul et al. 1994; Mathiassen & Winkel 1992).

Sie werden es vielleicht schon selbst bemerkt haben: Entweder liegt Ihre Vorlage zu weit von Ihnen weg (Möglichkeit 1) und Sie müssen sich nach vorne beugen, was den Rücken auf Dauer schmerzhaft überlasten kann.

Oder Ihre Vorlage liegt unmittelbar vor Ihnen, Ihre Tastatur dann jedoch zu weit weg von Ihnen (Möglichkeit 2).

Dann müssen Sie sich auf der einen Seite zu Ihrer Tastatur nach vorne beugen, gegenüber dem ersten Beispiel jetzt noch Ihre Arme relativ weit vorne halten, was eine erhebliche Spannungszunahme im unteren Rücken zur Folge haben kann. Da Ihre Vorlage aber direkt vor Ihnen liegt, müssen Sie Ihren Blick ziemlich steil nach unten richten und dann zum Bildschirm ziemlich steil nach oben… alles ganz ganz ungünstig: Schmerzen im unteren und oberen Rücken sind so sicher wie der nächste Börsencrash – ist nur noch eine Frage der Zeit.

Die Vorlagen auf einer Seite der Tastatur ist auch keine langfristige Lösung (Möglichkeiten 3 und 4). Ständig den Blick zu einer Seite wenden, den Kopf zu einer Seite drehen kann Gesundheitsprobleme im Nacken- und Schulterbereich nach sich ziehen (Weber & Hartung 2013; Dul et al. 1994; Mathiassen & Winkel 1992).

All diesen organisatorischen Problemen mit ihren negativen Folgen für unsere Rückengesundheit wirken wir mit einem Tischpult entgegen.

Übrigens: Tischpulte werden auch als Vorlagenhalter, Unterlagenhalter, Dokumentenhalter oder Konzepthalter bezeichnet.

Tischpulte ermöglichen eine erhöhte Anordnung von Papierunterlagen in der Sichtachse zw. Monitor und Tastatur.

Die Anforderungen an Tischpulte sind nicht normiert, sollten jedoch dem gegenwärtigen Kenntnisstand entsprechen (Weber & Hartung 2013):

Demnach müssen die Vorlagen immer gut lesbar sein, was mindestens eine Neigungsverstellung des Tischpultes zur Vermeidung übermäßiger Nackenbelastungen verlangt (Dul et al. 1994; Mathiassen & Winkel 1992).

Weber und Hartung (2013) weisen in ihrer Publikation auf die zusätzliche Anforderung der Höhenverstellung hin.

Wenn Sie in Ihren Unterlagen handschriftliche Notizen machen müssen oder längere Zeit darin lesen, ohne den Computer zu nutzen, so empfehlen sich Tischpulte mit einer herunterziehbaren Arbeitsfläche. Diese kann dann für die einfache Erreichbarkeit der Dokumente über die PC-Tastatur gezogen werden.

Fazit: Tischpulte sind einfach auf dem Schreibtisch positionierbare, sinnvolle ergonomische Hilfsmittel. Dadurch lassen sich übermäßige Belastungen des gesamten Rückens durch wiederholt asymmetrische Körperhaltungen hin zu einer Vorlage vermeiden.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Tischpulten? Schreiben Sie mir, gerne möchte ich mit Ihnen über das Thema diskutieren!

 

In einem der nächsten Beiträge im Ergonomie.blog geht es um ergonomische Armauflagen – einfach vorbeischauen!

 

Bleiben Sie in Bewegung! Ihr Christof Otte

 

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Quellen

Dul, J.; Douwes, M.; Smitt, P. (1994) Ergonomic guidelines for the prevention of discomfort of static postures based on endurance data. In: Ergonomics 37 (5), 807ff.

Mathiassen, S. E.; Winkel, J. (1992) Can occupational guidelines for work-rest schedules be based on endurance time data? In: Ergonomics 35 (3), 253ff.

Weber, R. U.; Hartung, P. (2013) Arbeiten an Bildschirmgeräten. In: Schriftenreihe der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, Mainz.

By | 11. April 2017|Produkte & Konzepte, Ratgeber & Tipps|0 Kommentare

About the Author:

Christof Otte ist u.a. Diplomsportwissenschaftler und Heilpraktiker. Seine beruflichen Wurzeln liegen im Sport- und Manualtherapeutischen Bereich: Nach Tätigkeiten in verschiedenen Rehabilitationseinrichtungen betreibt er eine Privatpraxis für funktionelle Schmerztherapie des Bewegungssystems in Villingen und leitet zahlreiche Weiterbildungen zum Thema. Seit 2013 ist Christof Otte in der Gesundheitswirtschaft tätig, außerdem publiziert er regelmäßig Beiträge zu den Themen Ergonomie und Gesundheit und hält Workshops und Vorträge zum Thema.

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