Sitz-Steh-Tische von officeplusImmer wieder ist in den Medien die Rede vom Burnout und dass man die richtige Work-Life-Balance für deren Vorbeugung finden muss. Dabei ist der Begriff Burnout durchaus umstritten. Die einen sagen es sei eine Krankheit, die anderen meinen, es sei eine leere Worthülse und wieder andere argumentieren es sei nur ein anderes Wort für Depression. Einigen wir uns also darauf, dass es ein Sammelbegriff ist für verschiedene Folgen einer Überarbeitung, Überforderung im Beruf oder eben einer nicht ausgewogenen Work-Life-Balance.

Die Frage ist, wie man einem Burnout vorbeugen kann. Ein kleiner, sicherlich bei weitem nicht der einzige, Baustein ist die Arbeitszufriedenheit. Eine aktuelle Studie (PDF) zeigt, dass diese in Deutschland seit Jahren abnimmt. Im europäischen Vergleich steht Deutschland sogar ausgesprochen schlecht da und erreicht noch nicht einmal den Durchschnitt. Nur in Ländern wie Slowenien, der Ukraine, Bulgarien und Russland sind die Mitarbeiter noch unzufriedener. Am höchsten ist die Arbeitszufriedenheit in Dänemark, der Schweiz und in Finnland.

Die Studie kommt zu dem Schuss, dass für die schlechte Arbeitszufriedenheit in Deutschland unter anderem die trotz Aufschwung schlechter werdende Einkommenssituation der Arbeitnehmer ist, die immer schlechtere Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben sowie die Überforderung durch Flexibilisierung und mehr Eigenverantwortung am Arbeitsplatz sind.

Aber es gibt auch erwiesener Maße Ansätze die zumindest einen nachaltigen Beitrag leisten die Arbeitszufriedenheit zu steigern durch mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Hierbei sei auf ein halbjähriges Forschungsprojekt (PDF) verwiesen, das Professor Dr. Christian G. Nentwig und Dipl. Pädagoge Andreas Lüderitz von der Abteilung Prävention und Rehabilitation der Orthopädischen Universitätsklinik Bochum im eigenen Haus (St. Joseph Hospital) und dem Elisabeth-Krankenhaus, Bochum, durchgeführt haben. Dabei ging es um die Dokumentation von Veränderungen, die die sechsmonatige Einführung von Stehpulten bei Mitarbeitern verursacht, die bisher an typischen Büroarbeitsplätzen fast nur gesessen hatten.

Und siehe da, im Fazit heisst es: “Die Arbeitszufriedenheit hat sich mit zunehmender Nutzungsdauer des Stehpultes signifikant erhöht und zwar fast linear von der ersten Messung vier Wochen nach Installation bis zur Halbjahresmessung.” Dort heisst es auch: “Der Zusammenhang von mangelhafter Arbeitszufriedenheit und Rückenbeschwerden ist bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen worden.” Mit anderen Worten, Büromöbel, die die Rückengesundheit stärken und für ein insgesamt entspanntes Arbeiten sorgen, steigern das allgemeine Wohlbefinden, die Motivation und die Arbeitszufriedenheit.

Jetzt kann man selbstverständlich nicht gesellschaftspolitische Entwicklungen wie das Auseinanderdriften der Einkommensschere zwischen Arm und Reich (wie in der oben zitierten Studie) und den Einsatz von Sitz-Steh-Tischen in Büros miteinander gleichstellen. Aber ein bisschen mehr persönliche Zufriedenheit am Arbeitsplatz kann eben auch durch ein geeignetes Stehpult erreicht werden, wie die Lagzeitstudie bewiesen hat. In Abwandlung eines berühmten Werbespruchs ließe sich deshalb auch sagen: “Leidest du noch oder arbeitest du schon entspannter?”